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Berg- und Talfahrt: Tipps und Tricks fürs E-Biken auf Trails

Berg- und Talfahrt mit dem E-Bike: Hier erfahren Sie, worauf Sie beim E-Biking auf bergigen Trails achten sollten inkl. Tipps und Tricks.

  • 5 Min.
  • 20/03/2023 - 09:00
  • Hanna von linexo
  • Auf einen Blick

Richtiges Fahrradfahren mit Motorunterstützung will gelernt sein, besonders wenn Sie sich mit dem E-Bike auf Berg- und Talfahrt begeben. Wie sicheres E-Bike fahren am Berg funktioniert und was Sie beim E-Biken auf Trails beachten sollten, haben wir in diesem Beitrag für Sie zusammengefasst.

Welches E-Bike ist für Berge geeignet?

Bevor Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie sich mit dem E-Bike auf Trails sicher bewegen, möchten wir Ihnen zuerst das passende E-Bike für die Berg- und Talfahrt kurz vorstellen: Das Mountainbike.

Warum Mountainbike für Berg- und Talfahrt?

Nicht umsonst heißt es: Ein E-Mountainbike (E-MTB) macht jedes Gelände zu einem Radweg. Die Berg- und Talfahrt geht am besten mit dem E-MTB, denn es ist so konzipiert, dass Sie auch bei schwierigem Gelände und hohen Belastungen auf dem Trail in jedem Moment die Kontrolle behalten.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie sich Offroad quer durch die Berge bewegen oder auf einem mit Wurzeln überwachsenen Waldweg unterwegs sind. Die speziellen Eigenschaften eines E-Mountainbikes gepaart mit hochwertigen Komponenten sorgen für entsprechende Sicherheit bei der Berg- und Talfahrt. Dazu gehören:

  • breite Reifen mit starkem Profil
  • stabiler Rahmen mit spezieller Geometrie
  • gute Federung mit langem Federweg
  • starke Bremsen
  • leistungsstarker Akku
  • Kettenschaltung

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher E-Mountainbikes – angefangen vom Alltags-E-MTB über das Cross-Country bis hin zum Downhill Racer. Je nachdem, wie sportlich Sie bei den E-Mountainbike Touren unterwegs sind, kommt das eine oder andere Trail E-MTB für Sie infrage.

Hier finden Sie zur Orientierung eine grobe Zusammenfassung:

E-Mountain­bike

Cross Country E-MTB

All-Mountain E-Bike

Downhill E-Bikes

Eigenschaften

  • Federung meist nur an Vordergabel
  • Komfort
  • Lichtanlage
  • Schutzbleche
  • breiten Reifen
  • fette Stollen
  • meist voll gefedert
  • effiziente Bremsen
  • ausgewogene Geometrie für angenehme Berg- und Talfahrt
  • ausgerichtet auf kontrollierte Abfahrten
  • meist etwas schwerer
  • langer Federweg
  • Federgabel mit Doppelrücken

Gelände

  • für sanfteres Gelände
  • kleine Bergtour mit Schotter und Waldwegen
  • von Waldwegen in den Bergen bis hin zum Alpencross
  • steile Abfahrten

Nutzende

  • Alltagsradelnde mit sportlicher Ambition
  • Sportliche E-Bikerinnen und Biker
  • Extremsportlerinnen und -sportler

Wichtig für das E-Biken in den Bergen ist natürlich die Ausstattung des elektrischen Trailbikes. Um für die Berg- und Talfahrt gut gerüstet zu sein, sollte das E-Mountainbike für den Trail folgende Komponenten aufweisen:

  • Akku mit ausreichend Energie (ohne zu groß auszufallen)
  • geeignete Federung (ein langer Federweg ist nicht immer die bessere Wahl)
  • Scheibenbremsen mit einem großen Scheibendurchmesser für verlässliches Bremsen
  • Reifen mit stabiler Karkasse – eventuell Tubeless-Modelle (ohne Schlauch, da weniger anfällig für Pannen)

Aufgrund der hochwertigen Bauteile, die Ihre Sicherheit bei der Berg- und Talfahrt garantieren, sind E-Mountainbikes nicht gerade günstig. Daher lohnt es sich, bei der teuren Anschaffung über eine geeignete E-MTB Versicherung nachzudenken, die Ihnen im Falle von Reparaturbedarf oder eines Diebstahls unter die Arme greift.

Wenn Sie es etwas ruhiger angehen lassen möchten, können Sie auch mit einem gut ausgerüsteten E-Trekking Bike kleinere Berg- und Talfahrten bewältigen. Trekking-E-Bikes sind auf längere Touren ausgerichtet, die gerne auch über unbefestigte Wege und sanftes Gelände führen können.

Unser Tipp: Sind Sie zum ersten Mal in den Bergen mit dem E-Bike unterwegs, ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Am besten beginnen Sie mit kleineren und einfachen Touren und steigern erst allmählich die Berg- und Talfahrt mit dem E-Bike. Neben der eigenen Ausdauer gilt es, das perfekte Handling mit dem Elektrofahrrad in den Bergen zu lernen und zu trainieren.

Was braucht man zum Trail Biking in den Bergen?

Die Berg- und Talfahrt mit dem Trail E-Bike zeichnet sich durch spezielle Herausforderungen aus. Daher sollten Sie auf ein gewisses Equipment nicht verzichten. Es lohnt sich, folgende Dinge dabei zu haben:

  • Mountainbike Helm – wenn es rasant zur Sache geht. Ansonsten reicht auch der bereits vorhandene Fahrradhelm.
  • MTB Schuhe und Pedalen – für die perfekte Kraftübertragung am Berg.
  • MTB Bekleidung – für entsprechenden Komfort auf anstrengenden Trails.
  • Protektoren – flexible Knie und Ellenbogenschoner für leichtere Fahrten und den Rückenprotektor für das Downhill Biking.
  • MTB Handschuhe – bedecken, anders als klassische Fahrradhandschuhe die ganze Hand zum Schutz vor Verletzungen.
  • Sportsonnen- oder Schutzbrillen – sind bruchsicher und passen perfekt unter den MTB Helm.
  • Wasser – um ausreichend trinken zu können. Eventuell in einem Trinkrucksack.

Außerdem ist vor jeder Berg- und Talfahrt das Elektrofahrrad auf seine Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Für eventuelle Notfälle empfehlen Experten die Mitnahme von Mini- oder Kartuschen-Pumpe, Flickzeug, Ersatzschlauch und Multitool. Zudem ist die gründliche Streckenplanung im Vorfeld von Vorteil. Insbesondere hinsichtlich der Naturschutzbestimmungen und eventuellen Gefahrenstellen gilt es, sich zu informieren.

Die richtige Technik für die Berg- und Talfahrt

Ist die Ausrüstung komplett und der Trail geplant, schadet es nichts, sich bezüglich der besten Biking-Technik für die Berge schlau zu machen. Damit Sie am Berg voll durchstarten können, kontrollieren Sie Folgendes:

  1. Sattel: Die Sattelhöhe ist so eingestellt, dass Ihre Beine während der Fahrt beim Sitzen fast (aber nicht ganz) durchgestreckt sind. So sind Ihre Muskeln maximal angespannt und die Kniegelenke optimal geschützt.
  2. Akku: Vor Antritt der Berg- und Talfahrt ist der Akku komplett geladen.
  3. Reifen: Der beste Druck der Reifen für Mountainbikes liegt zwischen 1,8 bar (vorn) und 2,2 bar (hinten). Dabei gilt: Je dünner der Reifen, desto höher der Luftdruck. Auf weichen Kies-, Feld- oder Waldwegen wird ein geringerer Luftdruck empfohlen.

Wie fahre ich mit dem E-Bike am Berg an?

Immer noch hält sich hartnäckig die Behauptung, dass das Bergauffahren mit dem E-Bike eine Spielerei sei und nichts mit Sport zu tun hat. Nun, ganz so ist es nicht. Damit der Fahrfluss nicht unterbrochen wird, das Vorderrad sich nicht aufbäumt und die Hinterreifen nicht wegrutschen, ist einiges zu beachten.

Besonders das Anfahren am Berg ist nicht ganz einfach. Dafür gibt es jedoch ein paar Kniffe, die Sie beachten können.

  • Bevor Sie den Berg hinauf fahren, wählen Sie den richtigen Gang aus, denn das Schalten unter Last ist nicht möglich. Zudem sollten Sie immer sitzend den Berg hinauf fahren.
  • Stellen Sie das E-Bike schräg zum Hang auf, wobei der Fuß, der zum Berg zeigt, auf dem Boden steht. Die Pedalkurbel des E-Bikes mit dem darauf ruhenden Fuß sollte parallel zum Unterrohr stehen.
  • Bei besonders steilen Anstiegen rutschen Sie am besten mit dem Gesäß auf dem Sattel weit nach vorn und beugen den Oberkörper nach vorn unten.
  • Für den Start drücken Sie sich mit dem bergseitigen Fuß vom Boden ab und pedalieren geschmeidig los. Versuchen Sie, ruckartiges Treten zu vermeiden und passen Sie Ihre Körperhaltung der Steilheit des Berges an.

Unser Tipp: Um in jedem Gelände flexibel zu sein, sind Vario-Sattelstützen eine gute Wahl. Sowohl bergauf als auch bei der Talfahrt sorgt die stufenlos verstellbare Sattelstütze dafür, dass Ihnen der Sattel nicht in die Quere kommt.

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Welche Steigung kann man mit einem E-Bike fahren?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn ausschlaggebend dafür, wie kraftvoll Sie mit dem E-Bike auf dem Trail unterwegs sind, ist zum einen der E-Motor bzw. dessen Drehmoment und zum anderen Ihre eigene Trittfrequenz.

Bei einem Systemgewicht (E-Bike und Biker) von etwa 100 Kilogramm bewältigt ein E-Bike Motor mit einem Drehmoment von 40 Nm eine Steigung von bis zu 25 Prozent – und das ganz ohne Tretunterstützung. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, das mehrfach auszutesten.

Je größer das Drehmoment im E-Bike Motor, desto kräftiger unterstützt das E-Bike Sie beim Bergauffahren. Für das bequeme Erklimmen von Bergen sind kraftvolle E-Bike-Motoren mit einem Drehmoment ab 60 Nm die beste Wahl. Bei losem oder grobem Untergrund mit Steigungen bis zu 25 Prozent werden extra starke E-Bike-Antriebe mit 80 Nm empfohlen.

Drehmoment und Trittfrequenz allein machen das Fahren am Berg noch nicht rund. Der richtige Gang für das Bergauffahren ist ebenso wichtig. Der sorgt nicht nur für die optimale Unterstützung, sondern schont die Gelenke und die Reichweite des Akkus.

Die Auswahl eines geeigneten Ganges (je niedriger, desto besser) hat Auswirkungen auf die Motorleistung. Berechnungen zeigen:

  • Die durchschnittliche optimale Trittfrequenz liegt bei 85 rpm ( (revs per minute = Drehungen pro Minute).
  • Damit kommt es zu geringsten Strom Verlusten beim E-Motor.
  • Liegt die Trittfrequenz deutlich darunter – beispielsweise bei 50 rpm – muss der Motor unter Volllast arbeiten und droht zu überhitzen.
  • Damit verringert sich der Wirkungsgrad des Antriebs um 25 Prozent, was die Reichweite des Akkus deutlich minimiert.

Wer schneller in die Pedale tritt, kommt somit deutlich weiter bei der Berg- und Talfahrt mit dem E-Bike.

Wie schnell fährt ein E-Bike bergauf?

Das E-Bike braucht auch bei der Bergauffahrt Ihre Unterstützung. Daher liegt es nicht nur am Elektrofahrrad, sondern auch an Ihnen, wie schnell Sie den Gipfel erreichen. Wichtig ist – wie bereits erwähnt – einen niedrigen Gang einzulegen und die Unterstützung möglichst gering zu halten.

Ein zügiges Fußgängertempo von acht bis zehn km/h erreichen Sie bergauf unter leichtem Treten mit etwa 85 Pedalumdrehungen pro Minute.

Unser Tipp: Ist der Berg besonders steil, legen Sie die Ellenbogen dicht an den Körper an und bewegen Sie beim Pedalieren die Schultern abwechselnd Richtung Lenker. Das verhindert das Aufsteigen des Vorderrades bei der Bergauffahrt.

Bergab: Was ist bei der Talfahrt mit dem E-Bike zu beachten?

Ist der Gipfel endlich erreicht und es geht an die Talfahrt, lohnt es sich, die Schwerkraft zu nutzen und damit den Akku zu schonen. Den Motor schalten Sie dazu am besten auf die kleinste Stufe. Bei einigen E-Bike Modellen gibt es sogar die Option, mithilfe der Rekuperation bei Bergabfahrten Energie zu gewinnen.

  • Wird bergauf grundsätzlich im Sitzen gefahren, geht es den Berg auf dem E-Mountainbike mitunter stehend hinunter. Dafür stellen Sie die Füße fest auf die horizontal eingestellten Pedalen, damit beide Seiten gleichmäßig belastet werden.
  • Indem Sie den Sattel absenken, verlagern Sie den Schwerpunkt Richtung Boden, was Ihnen mehr Spielraum für die Gewichtsverlagerung bietet.
  • Geht es steil bergab, lohnt es sich, auf dem E-Bike weit nach hinten zu rücken, um ein Absteigen über den Lenker zu vermeiden.

Auf der Talfahrt stellen besonders die Kurven eine Herausforderung dar. Diese sollten nicht mit zu hoher Geschwindigkeit durchfahren werden. Starkes Anbremsen davor und sanftes Beschleunigen in der Kurve sorgen dafür, dass Sie diese sicher meistern. Für das Bremsmanöver vor der Kurve verwenden Sie die Vorderbremse am besten gar nicht. So bleibt das Vorderrad stabil und gewährleistet eine gute Traktion. Ansonsten empfiehlt es sich, Vorder- und Hinterradbremse abwechselnd einzusetzen, damit sie nicht überhitzen. Für eine Vollbremsung kommen beide Bremsen gleichzeitig zum Einsatz.

Unser Tipp: Wenn Sie in eine Kurve fahren, blicken Sie bereits bei der Einfahrt in die Kurve über die Kurvenausfahrt hinaus – das gewährleistet die gewünschte Körperrotation für die perfekte Kurvenfahrt.

Berg- und Talfahrt: Kleine Tipps mit großer Wirkung

Folgende Tipps zeigen bei der Berg- und Talfahrt mit dem E-Bike eine große Wirkung:

  1. Als Einsteiger starten Sie am besten im sanften Gelände und arbeiten sich nach und nach zu den schwierigen Trails hinauf.
  2. Übung macht den Meister – das gilt auch für das E-Biking auf dem Trail.
  3. Beim Fahren sollten sich Knie und Ellenbogen immer in einer leichten Beugung befinden.
  4. Für die Lernphase nutzen Sie die niedrigste Motorleistung – hochschalten können Sie immer noch, wenn Sie sich sicher fühlen.
  5. Bei der Talfahrt legen Sie immer Ihre Zeigefinger an die Bremse. Das sorgt bei Bedarf für eine schnellere Reaktion.
  6. Legen Sie Wert auf hochwertige Komponenten bei Ihrem E-Bike – vor allem Rahmen und Bremsen müssen für eine holprige Fahrt ausgelegt sein.
  7. Der „runde“ Tritt steigert die Kraftübertragung und Effizienz. Am besten gelingt das bei der Berg- und Talfahrt mit Bike-Schuhen und Klickpedalen.
  8. Geht es bergauf, bleiben Sie im Sattel sitzen. Nur so können sie den „runden“ Tritt beibehalten.

Wie funktioniert der E-Bike-Transport mit den Bergbahnen?

Das Erklimmen einzigartiger Ausflugsziele in den Bergen wird auch für E-Biker immer beliebter. Damit auch Radelnde ohne Extremsport Erfahrung in den Genuss der Berg- und Talfahrten in der hochalpinen Bergwelt kommen, gibt es vielerorts Bergbahnen für den Transport von E-Bikes.

Egal ob Sie mit der Bahn noch oben wollen, um das Downhill-Vergnügen zu genießen oder aber nach einer anstrengenden Bergauf-Fahrt lieber mit der Seilbahn zurückkehren möchten – die Bergbahnen und Sessellifte sorgen für das komfortable Auf und Ab der E-Biker Gemeinde.

Für den Transport durch Berg und Tal wird bei den meisten Gondeln und Sesselliften Ihr E-Bike an spezielle Haken gehängt und so sicher zum gewünschten Ort befördert. Welche Bergbahnen Sie und Ihr E-Bike auf Wunsch mitnehmen, erfahren Sie in den meisten Fällen im Internet.

Unser Tipp: Verwalten Sie in unserer kostenlosen BikeManager App Ihr Fahrrad, E-Bike oder ein weiteres Lieblingsrad von Ihnen. Denn so haben Sie im Falle eines Schadens alle Fahrraddaten sowie Dokumente an einem Ort griffbereit.