- Magazin
- Tipps & Tricks
Fahrradfahren im Winter: Sicher, gesund und gut vorbereitet durch die kalte Jahreszeit
Besonders im Winter stehen Radfahrer besonderen Herausforderungen gegenüber. Wir haben für dich Tipps zusammengestellt.
Die Witterungsbedingungen im Winter bringen für Radfahrer besondere Herausforderungen mit sich. Fahrradfahren im Winter ist gesund und alltagstauglich – wenn Ausrüstung, Fahrweise und Pflege stimmen. Mit Winterreifen, guter Beleuchtung und angepasstem Tempo kannst du auch bei Kälte, Nässe und Schnee zuverlässig unterwegs sein. In diesem Artikel findest du Tipps und Tricks wie du sicher durch die kalte Jahreszeit kommst!
Umfrage zum Fahrradfahren im Herbst und Winter
Wir haben die User der linexo App zu ihrem Fahrverhalten im Winter befragt. Dabei wurde als Hauptgrund, das Rad im Winter stehenzulassen, Glätte angegeben. Ist es glatt, wählen 79% lieber ein anderes Verkehrsmittel. Kälte und Regen hält nur ein knappes Drittel der Radelnden ab. Ganze 16% radeln bei jedem Wetter. Um in der dunklen Jahreszeit sicherer unterwegs zu sein, setzen 77% auf reflektierende Kleidung. Knapp die Hälfte nutzt eine verbesserte Beleuchtung. Winterreifen oder Reifen mit Spikes nutzen lediglich 6%.
Fahrradfahren im Winter: die richtige Ausrüstung
- Winterreifen oder Spikes: Diese bieten besseren Grip auf Schnee und Eis und erhöhen die Sicherheit erheblich.
- Beleuchtung: Kurze Tage und schlechte Sichtverhältnisse machen eine gute Beleuchtung unerlässlich. Zusätzliche Reflektoren erhöhen die Sichtbarkeit.
- Kleidung: Mehrschichtige, atmungsaktive und wasserabweisende Kleidung schützt vor Kälte und Nässe. Spezielle Handschuhe und Schuhüberzieher halten Extremitäten warm.
- Fahrverhalten: Eine angepasste Fahrweise mit langsamerer Geschwindigkeit und größerem Abstand hilft, Stürze zu vermeiden.
- Fahrradpflege: Regelmäßiges Reinigen und Schmieren der Kette und beweglicher Teile wie der Hinterradbremse verhindert Korrosion durch Streusalz und Schmutz.
Die Investition in eine richtige Ausrüstung lohnt sich vor allem dann, wenn man auch im Winter regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs ist. Wer täglich zur Arbeit fährt oder auch bei Kälte und Schnee nicht auf das Radfahren verzichten möchte, profitiert von einer spezialisierten Ausrüstung in puncto Sicherheit und Komfort. Die anfänglichen Kosten werden durch die erhöhte Nutzungsdauer und die vermiedenen Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto oft relativiert. Zudem trägt passende Ausrüstung dazu bei, die Freude am Radfahren auch bei widrigen Wetterbedingungen aufrechtzuerhalten.
Radfahren im Winter: Winterreifen & Spikes für mehr Sicherheit
Es gibt keine Winterreifenpflicht für Fahrräder, dennoch sind sie dringend zu empfehlen.
- Winterreifen bieten durch weicheres Gummi besseren Halt bei Kälte
- Winterreifen lassen sich also die Unfallrisiken im Winter reduzieren und die Fahrsicherheit erhöhen.
- Spikereifen, die mit Metallspitzen ausgestattet sind, minimieren Rutschgefahr auf Eis
- Vorsicht bei Laub: Darunter kann sich gefährliche Nässe verstecken
Wer regelmäßig im Winter radfahren möchte, profitiert spürbar von besserem Grip und mehr Kontrolle.
Beleuchtung beim Fahrradfahren im Winter
Kurze Tage und schlechtes Wetter machen Sichtbarkeit entscheidend.
Nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) in Deutschland ist folgende Beleuchtung an Fahrrädern verpflichtend:
- Weiße Frontleuchte, die nach vorn leuchtet und nicht blendet.
- Rotes Rücklicht, das deutlich sichtbar ist.
- Reflektoren: weiß vorn, rot hinten, sowie gelbe Speichenreflektoren oder reflektierende Streifen an den Reifen/Felgen des Vorderrads und des Hinterrads.
Empfohlen im Winter:
- Zusätzliche Reflektoren: An Kleidung und Rucksäcken angebrachte Reflektoren erhöhen die Sichtbarkeit.
- Helmlampen: Sie sorgen für bessere Sicht und machen den Radfahrer zusätzlich sichtbar.
- Blinklichter: Zusätzliche rote Blinklichter am Fahrrad oder an der Kleidung können die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer erhöhen.
- Licht mit höherer Leuchtkraft: Bei schlechten Lichtverhältnissen können stärkere Lampen hilfreich sein, um die Straße besser auszuleuchten.
- Seitenbeleuchtung: Lichtelemente an den Seiten des Fahrrads verbessern die Sichtbarkeit im Querverkehr.
Diese zusätzlichen Beleuchtungen sind besonders im Winter zu empfehlen, um die Sicherheit und Sichtbarkeit des Radfahrers zu erhöhen. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die zusätzliche Fahrradbeleuchtung nicht blendet und den Verkehrsvorschriften entspricht.
Schutz der Kleidung durch Schutzbleche & Co.
Auch wenn sie nicht vorgeschrieben sind:
Schutzbleche halten Schneematsch, Wasser und Streusalz fern – von dir und vom Bike.
Das erhöht Komfort und verlängert die Lebensdauer von Kette, Bremsen und Schaltung deutlich.

Die richtige Kleidung beim Radfahren im Winter
Kurz: Warm, sichtbar und atmungsaktiv.
Bewährt hat sich der Zwiebellook:
- Basisschicht: leitet Schweiß ab
- Isolationsschicht: hält warm
- Außenschicht: wind- & wasserabweisend
Die Kleidung sollte idealerweise hell oder leuchtend sein, um die Sichtbarkeit zu erhöhen, und atmungsaktiv, um die Feuchtigkeitsregulation des Körpers zu unterstützen. Wärmeisolierende und winddichte Materialien sind wichtig, um bei kühlen Temperaturen und Fahrtwind warm zu bleiben. Fahrradbekleidung mit Reflektoren verbessert die Sichtbarkeit im Dunkeln oder bei schlechten Witterungsverhältnissen.
Unverzichtbar im Fahrradfahren-Winter-Alltag:
- Eine Regenhose ist dann zu empfehlen, wenn man bei nassem Wetter fährt. Sie schützt vor Nässe von unten und hält die Beine trocken, was besonders bei längeren Fahrten wichtig ist, um Auskühlung und Unbehagen zu vermeiden.
- Überschuhe können die Schuhe vor Nässe schützen.
- Warme Handschuhe
- Überschuhe oder dicke Socken
- Mütze oder Helmüberzug
- Helle Farben & Reflektoren
So bleibt Fahrrad fahren im Winter auch bei Minusgraden angenehm.
Fahrradbrille im Winter
Kalte Luft, Fahrtwind und Niederschlag belasten die Augen im Winter deutlich stärker als im Sommer. Für milde Temperaturen reicht oft eine gut anliegende Fahrradbrille aus dem Sommer, die vor Wind schützt. Bei Frost, starkem Wind oder längeren Fahrten sind jedoch wintertaugliche Fahrradbrillen mit besserem Windschutz sinnvoll. Sie verhindern tränende Augen, verbessern die Sicht und erhöhen so die Sicherheit. Eine klassische Skibrille ist meist nur bei extremen Bedingungen nötig.
Das richtige Fahrverhalten beim Radfahren im Winter
Beim Winter Radfahren gilt: weniger Tempo, mehr Kontrolle.
Wichtige Regeln:
- Geschwindigkeit reduzieren: Fahre vorausschauend und pass Geschwindigkeit und Fahrweise den Wetterbedingungen an. So kannst du die Reaktionszeit erhöhen und die Sturzgefahr minimieren.
- Bremsen dosiert einsetzen, um Vollbremsungen auf glatten Fahrbahnen zu vermeiden.
- Größeren Abstand halten, da sich der Bremsweg bei Nässe und Glätte verlängern kann. Sei außerdem auf das Schleudern anderer Verkehrsteilnehmer vorbereitet.
- Keine abrupten Lenkbewegungen, um Kontrollverlust und Stürze zu verhindern.
- Übe besondere Vorsicht auf Brücken, Überführungen und in Schattenbereichen, wo Eis länger bestehen bleibt.
- Auf Gefahrenstellen wie eisernen Kanaldeckeln & Kopfsteinpflaster besonders vorsichtig sein.
- Führe alle Manöver behutsam und kontrolliert
- Beachte die erhöhte Rutschgefahr durch Glätte, Nässe oder Schneereste.
- Achte auf rutschige Bodenmarkierungen bei Nässe.
- Achte beim Anfahren auf glattem Untergrund darauf, dass die Räder nicht durchdrehen.
- Starte im Winter mit einem höheren Gang, um den Druck auf das Hinterrad zu verringern.
- Bewahre Umsicht und Geduld, um im Winter sicher Fahrrad zu fahren.
Bei Glatteis:
- Nicht bremsen oder treten, sondern das Fahrrad ausrollen lassen.
- Sattelhöhe reduzieren, um schneller mit den Beinen Bodenkontakt zu bekommen und Balance zu halten.
Fahrradfahren Winter: Benutzungspflicht von Radwegen
Leider ist es nicht überall üblich, die Radwege bei Schneefall zu räumen. Manchmal kriegen diese Wege in den ersten Räumungsstunden auch noch den Schnee von der Fahrbahn für die Autos ab. Sind die Radwege nicht geräumt, entfällt deren Benützungspflicht. Der Radverkehr darf stattdessen die Fahrbahn für die Autos nutzen.
Auch vereiste Radwege können eine Gefahr darstellen. Hinterlassen Räder im Matsch Spurrillen und vereisen diese Rillen später, wird der Radweg zu einer besonders gefährlichen Angelegenheit. Kommt es auf erkennbar gefährlichen Wegen zu einem Unfall, messen Gerichte sowohl den Kommunen (mangelnde Räumung bzw. Streuung) als auch dem Verunglückten (Befahren einer offensichtlichen Gefahrenstelle) eine Teilschuld zu.
So radelst du sicher
Du liebst es Rad zu fahren? Behalte dabei auch immer deine Sicherheit im Auge – vom passenden Helm bis zur richtigen Beleuchtung.
- Tipps für sicheres Biken
- Wahl des richtigen Helms
- Sicher fahren in jedem Alter
Radpflege und Radfahren im Winter: Bremsen, Schaltung, Akku & Co.
Die besonderen Wetterverhältnisse machen auch besondere Pflegemaßnahmen notwendig. Dabei geht es zum einen um den Schutz gegen Schmutz und Rost und zum anderen um die Bremsen. Die Bremsen sollten vor dem Einbruch des Winters noch einmal auf Funktion überprüft werden. Sie einfach nur stärker einzustellen kann aber auch gefährlich werden, wenn man an den Ratschlag des nicht zu starken Bremsens denkt.
Schutz vor Salz, Rost & Verschleiß
- Bike nach Matschfahrten reinigen & trocknen
- Kette regelmäßig schmieren
- Nicht direkt aus der Kälte in warme Räume stellen (Kondenswasser!)
- Trocken & frostfrei
- Idealerweise in einem Innenraum wie einem Keller, einer Garage oder einem Schuppen
- Nicht auf kaltem Beton
- Reifenluftdruck prüfen
Es ist wichtig, das Fahrrad vor dem Einlagern gründlich zu reinigen, um Salz, Schmutz und Feuchtigkeit zu entfernen, die Korrosion verursachen können. Auch sollte die Kette geölt und die Reifen auf den richtigen Druck geprüft werden, um Standplatten zu vermeiden.
Die Pflege des ist besonders wichtig, da Kälte die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer des Akkus beeinträchtigen kann.
- Lagerung bei Zimmertemperatur
- Optimaler Ladezustand: 30–60 %, wenn das E-Bike über längere Zeit nicht genutzt wird.
- Vor Fahrt auf Raumtemperatur bringen, falls er in einer kalten Umgebung gelagert wurde.
- Nie bei Frost laden, da extreme Kälte oder Hitze den Akku schädigen können.

Radfahren im Winter: Gut für die Gesundheit
Radfahren im Winter hält dich auch in der kalten Jahreszeit fit, unterstützt das Immunsystem und tut der mentalen Gesundheit gut. Gleichzeitig ist das Fahrrad eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zum Auto – selbst bei niedrigen Temperaturen. Mit der passenden Ausrüstung bleibt der Fahrspaß dabei nicht auf der Strecke.
Wenn du noch mehr gute Gründe suchst, schau doch mal in unserem Artikel „Radfahren im Winter: 10 Gründe, warum es Spaß macht“ vorbei.
Sicherheitstipp
Gerade beim Fahrradfahren im Winter steigt das Risiko für Stürze, Defekte und Verschleiß.
Der linexo Komplettschutz bietet:
- Diebstahlschutz
- Übernahme von Reparaturkosten
- Schutz für neue & gebrauchte Bikes
- Auch für E-Bikes
Fazit: Fahrradfahren im Winter lohnt sich
Fahrradfahren im Winter ist kein Risiko, sondern eine Frage der Vorbereitung. Mit passender Ausrüstung, defensivem Fahrstil und regelmäßiger Pflege bleibt das Rad auch bei Schnee und Kälte ein sicheres, gesundes und nachhaltiges Verkehrsmittel. Wer einmal gut ausgestattet ist, fährt auch im Winter gerne – und oft sogar entspannter als im Sommer.
Fahrradfahren im Winter
Kann man im Winter Fahrrad fahren?
Ja, Fahrradfahren im Winter ist grundsätzlich möglich und sicher – vorausgesetzt, du passt Ausrüstung und Fahrweise an. Mit wintertauglichen Reifen, funktionierender Beleuchtung und angepasstem Tempo kannst du auch bei Kälte, Nässe oder leichtem Schnee gut unterwegs sein. Wichtig ist, Straßen- und Wetterverhältnisse realistisch einzuschätzen.
Ist Fahrradfahren bei Kälte gesund?
Ja, Radfahren im Winter kann sehr gesund sein. Die Bewegung an der frischen Luft stärkt das Immunsystem, fördert die Durchblutung und kann Wintermüdigkeit oder Stimmungstiefs entgegenwirken. Voraussetzung ist, dass du dich warm und funktional kleidest und Überlastung oder Unterkühlung vermeidest.
Welche Kleidung ist beim Fahrradfahren im Winter am besten?
Am bewährtesten ist der Zwiebellook: eine atmungsaktive Basisschicht, eine wärmende Isolationsschicht und eine wind- sowie wasserabweisende Außenschicht. Wichtig sind außerdem warme Handschuhe, Überschuhe und reflektierende Elemente für bessere Sichtbarkeit.
Braucht man im Winter spezielle Fahrradreifen?
Eine Pflicht gibt es nicht, dennoch erhöhen Winterreifen oder Spikereifen die Sicherheit deutlich. Sie bieten besseren Grip auf kalten, nassen oder vereisten Untergründen und reduzieren die Sturzgefahr beim Winterradfahren.





